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Der 100-Milliarden-Deal zwischen Nvidia und OpenAI steht auf der Kippe, Google will sich die User von anderen Chatbots holen und bei Kling und xAI gibt es neue, beeindruckende Video-KI.
Alle wichtigen KI-News der Woche haben wir für Euch wie immer kompakt zusammengefasst.
💰 OpenAI & Nvidia
Keine guten Nachrichten für OpenAI: Laut einem Bericht des Wall Street Journal soll der 100 Milliarden Dollar Deal mit Nvidia, die ja in den ChatGPT Konzern investieren wollten auf Eis liegen. Die genauen Gründe dafür sind aktuell unbekannt, aber es ist natürlich für OpenAI eine Katastrophe wenn diese vermutlich schon verplanten Gelder bzw. Auch Grafikkarten jetzt wegfallen sollten. Gemunkelt wird darüber, dass Nvidia unzufrieden damit ist, dass sich der Partner nicht exklusiv mit den eigenen Chips ausrüsten will, sondern neben Nvidia auch auf andere Partner und Infrastruktur setzt.
OpenAI Chef Sam Altman hat sich zu dem Thema auch auf Twitter geäußert, allerdings liest sich das Statement eher ein bisschen wie die Aussage eines beleidigten Kindes und der Fokus der beiden Unternehmen sollte ja eigentlich darauf liegen, mögliche Meinungsverschiedenheiten vielleicht intern zu klären. Aber gut: Im Bereich KI und vor allem auch in Person von Sam Altman ist das Verhalten sicherlich nichts neues, wir sind mal gespannt, wie es weitergeht und ob der Deal vielleicht doch noch gerettet werden kann.
💬 Gemini Chat Import
Aber es gibt noch mehr schlechte Neuigkeiten: Google möchte die aktuelle Schwächephase von OpenAI weiter ausnutzen und hat jetzt dazu eine neue Funktion in der Pipeline, die es ermöglichen wird, die komplette Chat-Historie, also den Nachrichtenverlauf aus anderen KI-Tools in Gemini zu importieren. Damit ist es nicht mehr wirklich ein Argument, beispielsweise bei ChatGPT zu bleiben, nur weil dort eben alle Unterhaltungen sind.
Die Funktion zielt jetzt nicht alleinig auf OpenAI ab, da ja auch Verläufe von beispielsweise Claude oder Grok importiert werden können, die meisten User wird man damit aber schätzungsweise mal wieder ChatGPT abnehmen. Wir haben ja schon über den Trend gesprochen, dass aktuell viele von ChatGPT zu Gemini wechseln, so wird dieser Wechsel natürlich noch einfacher und reibungsloser.
🍏 Apple & Gemini
Wir hatten ja schon über die Partnerschaft von Google und Apple im Bereich KI berichtet, aber jetzt gibt es noch ein paar mehr technische Details. Apple hat bestätigt, dass die Gemini-Integration in Siri über die eigene „Private Cloud Compute“ Infrastruktur laufen wird. Das ist wichtig für alle, die sich Sorgen um ihre Daten machen. Apple schickt eure Anfragen nicht einfach blind an Google-Server. Stattdessen läuft das Ganze durch Apples Sicherheits-Architektur.
Apple holt sich also die Intelligenz von Google, behält aber die Kontrolle über die Privatsphäre. Das ist auf jeden Fall ein netter Zusatz und so kann der iPhone Konzern wenigsten ein bisschen etwas positives zur eigenen KI-Umsetzung beitragen, wenn schon nicht die Modelle und die Intelligenz an sich.
🌇 Grok Imagine 1.0
Grok Imagine macht den ersten richtig großen Sprung. Die Bild und Video KI von xAI wurde jetzt auf die Version 1.0 aktualisiert und bringt einiges an Verbesserungen mit. Die Clips können jetzt bis zu 10 Sekunden lang sein mit einer Auflösung von 720p. Außerdem soll der Ton in den Videos nochmal deutlich verbessert worden sein.
Die ersten Beispiele sehen auf jeden Fall beeindrucken aus und vielleicht auch durch die direkte Präsenz auf Twitter erfreut sich Imagine sehr großer Beliebtheit. Laut xAI wurden in den letzten 30 Tagen allein über eine Milliarde Videos mit Imagine erzeugt. Das ist schon eine ganz schöne Ansage.
📹 Kling 3 ist da
Aber Imagine ist nicht alleine mit Ankündigungen im Bereich Video. Kling, die sowieso schon starke Video KI aus China ist jetzt in der Version 3 verfügbar. Auch hier wurde die Qualität nochmal stark verbessert aber vor allem auch der Fokus auf Bedienbarkeit gelegt. Über Storyboards kann man jetzt auch längere Sequenzen aus einzelnen Clips mit je 15 Sekunden Länge präzise planen und kombinieren.
Und auch hier wurde stark das Audio verbessert vor allem bei mehreren Sprechern in einem Video. Und wenn Imagine mit 720p Auflösung kommt, kann man darüber bei Kling nur lächeln. Bis zu 4k sind mit dem neuen Modell möglich, also wirklich beeindruckend und so sehen die ersten Beispiele auf jeden Fall auch aus. Aber: Während man mit Imagine durchaus kostenlos ein bisschen herumspielen kann, ist Kling 3 eigentlich für die bezahlten Pläne vorbehalten.
👴🏻 Alte GPT-Modelle verschwinden
Ein kleiner Service-Hinweis: OpenAI räumt (mal wieder) auf. Eine ganze Reihe älterer Modelle, darunter das ursprüngliche GPT-4o und diverse Legacy-Modelle, werden in den nächsten Wochen abgeschaltet. Man will damit vermutlich Rechenkapazitäten für die neuen Modelle freischaufeln und nicht mehr zig alte Modelle unterstützen. Viele User im bezahlten Plan verwenden allerdings gerade 4o immer noch sehr gerne durch die “angenehme” Art des Modells. Wir stellen uns also schonmal darauf ein, dass es beim Abschalten mal wieder Kritik geben dürfte.
🧑🏻💻 OpenAI Codex App für Mac
Noch etwas positives von OpenAI: Mit der neuen „Codex App“ für macOS bringen sie ihre Entwicklungs-KI raus aus dem Browser und der Kommandozeile und direkt auf euren Desktop. Das ist im Grunde OpenAIs Antwort auf reine KI-Editoren wie Cursor oder Windsurf. Die App ist eine vollwertige Entwicklungsumgebung, die natürlich tief mit den neuesten Modellen, vor allem auch dem speziellen Codex-Modell für die Entwicklung verknüpft ist. Der Vorteil: Sie hat Zugriff auf eure lokale Codebase, ohne dass ihr komplizierte Extensions installieren müsst. Schon nach kurzer Zeit wurde die neue Codex App über 500.000 mal heruntergeladen, hier scheint die Nachfrage also durchaus da zu sein.
Gerade in diesem Bereich macht OpenAI aktuell auch gute Arbeit, beispielsweise zu sehen daran, dass der OpenClaw Entwickler Peter Steinberger für seine Programmier-KI fast ausschließlich auf Codex setzt und sogar das eigentlich im Coding starke Claude Opus 4.5 Modell eher für andere Zwecke einsetzt.
5️⃣ Launch von Sonnet 5
Aber apropos Claude: Die Gerüchte verdichten sich, vielleicht passiert es auch zwischen Aufnahme und Veröffentlichung dieses Videos: Es steht uns ein brandneues Modell von Anthropic bevor. Unter dem Codenamen Fennec getestet wird Sonnet 5 wohl noch diese Woche veröffentlicht und die ersten Tester sind absolut begeistert.
Im direkten Vergleich soll Fennec wohl sogar das ebenfalls unter einem Deckmantel, nämlich Snowbunny, getestete neue Google Gemini Modell schlagen. Das ist auf jeden Fall eine starke Ansage. In einem Interview hat ein Anthropic Mitarbeiter außerdem erzählt, dass Sonnet 5 besser sein wird als das große Opus 4.5 Modell. Wer weiß: Vielleicht hat Peter Steinberger dann einen Grund auch beim Entwickeln mehr auf Anthropic zu setzen, wobei er vermutlich doch eher bei Codex bleiben wird.
❌ Anthropic bekommt KEINE Werbung
Und noch eine sehr erfreuliche Meldung von Anthropic: Laut einer Mitteilung des Konzerns werden wir im Claude Chatbot im Vergleich zu ChatGPT Keine Werbung zu sehen bekommen. In einer Meldung erklärt das Unternehmen, warum das für sie keine Option ist. Claude soll ein echt hilfreicher und ehrlicher Assistent sein – das ist laut ihnen mit Werbung nicht kompatibel.
Und natürlich nutzt man diese Entscheidung für ein bisschen Promo. Es sind einige Clips aufgetaucht – möglicherweise für SuperBowl Werbung – die sich den Seitenhieb auf OpenAI nicht verkneifen können. Das ist schon ehrlich gutes Marketing und wir hoffen, dass es auch bei dieser Einstellung bleiben wird. OpenAI war ja auch mal strikt gegen Werbung – bis es anscheinend finanziell notwendig wurde.
👾 SpaceX übernimmt xAI
Elon Musk konsolidiert weiter sein Firmenimperium: SpaceX übernimmt jetzt offiziell das KI-Start-up xAI, bekannt für den Chatbot Grok. Die Bewertung ist gigantisch – SpaceX wird mit einer Billion US-Dollar bewertet, xAI mit 125 Milliarden Dollar. Damit entsteht das wertvollste private Unternehmen aller Zeiten. Musk selbst spricht von einem „Innovationsmotor“, der Raketentechnologie, KI, Satelliten-Internet und Medien unter einem Dach vereint. Allerdings hat xAI in letzter Zeit auch für negative Schlagzeilen gesorgt: Die Bildgenerierungsfunktion von Grok steht unter Beschuss, weil damit offenbar sexualisierte Bilder erstellt wurden. Sowohl die EU-Kommission als auch die britische Aufsichtsbehörde Ofcom haben deshalb Untersuchungen eingeleitet. xAI hat mittlerweile reagiert und Einschränkungen für die Bildbearbeitung eingeführt.
Interessant ist auch die Verbindung zu Tesla: Der Elektroautohersteller hat erst im letzten Monat zwei Milliarden Dollar in xAI investiert, obwohl einige Aktionäre dagegen gestimmt haben. Musk plant, xAI als eine Art „Dirigenten“ für Tesla-Fabriken einzusetzen, in denen autonome Roboter arbeiten sollen. Dafür will Tesla sogar die Produktion von zwei Automodellen einstellen und stattdessen auf Roboter setzen – eine der größten strategischen Änderungen in der Firmengeschichte. Analysten vermuten, dass die Fusion auch eine Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang von SpaceX sein könnte. Musk selbst hat große Visionen: Er sieht weltraumgestützte KI als die einzige Möglichkeit zur Skalierung und will damit langfristig Basen auf dem Mond, eine Zivilisation auf dem Mars und die Expansion ins Universum ermöglichen. Ob das alles wirklich so kommt, bleibt abzuwarten.
🤏🏼 ChatGPT reduziert Reasoning
Und doch nochmal eine etwas unerfreuliche Meldung aus Richtung OpenAI. Laut Beobachtungen von einigen KI-Experten wurde das Reasoning des GPT-5.2 Modells in ChatGPT deutlich reduziert. Der als “Juice” bezeichnete Aufwand der Modelle, also wieviel Reasoning vor der eigentlichen Antwort gemacht wird, wurde für alle Abstufungen halbiert. Ob man da jetzt direkt einen Unterschied in der Qualität der Antworten feststellen wird – das müssen wir abwarten. Aber es spricht mal wieder dafür, dass der Konzern aktuell stark schauen muss, wie man die eigene Rechenleistung verteilt und nutzt.
