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Peter Steinberger und sein OpenClaw Projekt sind jetzt Teil von OpenAI, in China tanzen zum chinesischen neuen Jahr die Roboter und Meta will, dass KI in Zukunft auch für Verstorbene weiter in den sozialen Medien postet.
Alle wichtigen KI-News der Woche haben wir für Euch wie immer kompakt zusammengefasst.
🇨🇳 Qwen 3.5
Wir starten in China, wo Alibaba mit Qwen 3.5 ein neues, sehr spannendes Modell vorgestellt hat. Der Fokus liegt hier ganz klar auf Effizienz und sogenannten „Agentic Capabilities“, also der Fähigkeit, als autonomer KI-Agent komplexe Aufgaben zu lösen. Das ist ein klares Zeichen, dass Alibaba im globalen KI-Wettbewerb, insbesondere bei den zukunftsweisenden KI-Agenten, ganz vorne mitspielen will. Technisch setzt man auf eine hybride Architektur, die nur einen Bruchteil der Parameter während der Laufzeit benötigt, was das Modell sehr effizient macht.
Außerdem ist es von Grund auf multimodal und versteht neben 201 Sprachen auch Bilder und Videos. In der KI-Community wird das als strategisch wichtiger Schritt gesehen, um über den chinesischen Markt hinaus zu expandieren. Qwen ist ja dank der vielen guten Open Source Modelle schon relativ stark auch global positioniert und sie untermauern diesen Anspruch mit 3.5 nochmal.
🦞 OpenAI & OpenClaw
Eine der überraschendsten Nachrichten der Woche kam von OpenAI: Sie haben Peter Steinberger, den Entwickler des bekannten Open-Source-KI-Assistenten OpenClaw, eingestellt. Das ist insofern bemerkenswert, als dass OpenClaw als die Open-Source-Alternative zu den geschlossenen Systemen der großen Tech-Konzerne gilt, mit einem starken Fokus auf Nutzerkontrolle. Sam Altman hat auf X getwittert, dass er sich auf die Zusammenarbeit freut. Steinberger selbst hat in einem Statement klargestellt, dass OpenClaw als unabhängige Stiftung weitergeführt wird und Open Source bleibt.
Die Community reagiert gemischt: Einerseits ist es eine riesige Anerkennung für Steinbergers Arbeit, andererseits gibt es natürlich Sorgen über die zukünftige Unabhängigkeit des Projekts. Das ist ein klassischer „Acqui-Hire“, bei dem es OpenAI wohl mehr um das Talent von Steinberger als um das Produkt an sich ging. Wir werden sehen, wie sich das auf die Weiterentwicklung von OpenClaw auswirkt.
🪦 Meta KI postet für Tote
Jetzt wird es ein bisschen makaber. Meta hat ein Patent für eine KI erhalten, die nach dem Tod einer Person deren Social-Media-Konto weiterführen kann. Die KI soll auf Basis der bisherigen Posts, Likes und Kommentare lernen und dann neue Inhalte im Stil des Verstorbenen erstellen können. Das Ganze fällt unter den Begriff „Grief Tech“. Die Reaktionen sind, wie man sich vorstellen kann, sehr gemischt und reichen von fasziniert bis entsetzt.
Experten äußern massive ethische und rechtliche Bedenken. Meta selbst hat zwar erklärt, keine konkreten Pläne zur Umsetzung zu haben, aber das Patent existiert. Das erinnert an die Serie „Black Mirror“ und wirft die Frage auf: Wollen wir das wirklich? Mark Zuckerberg selbst hat in einem Interview gesagt, dass es vielleicht hilfreich sein könnte, aber auch ungesund werden kann. Wir denkt ihr dazu? Schreibt es mir gerne in die Kommentare?
💫 Grok 4.20 Beta
Elon Musks xAI hat die öffentliche Beta von Grok 4.20 veröffentlicht. Und das ist eine Ansage. Musk verspricht, das Modell sei „um eine Größenordnung intelligenter und schneller“. Das Herzstück ist eine neue Multi-Agenten-Architektur, bei der vier spezialisierte Agenten zusammenarbeiten. Das soll die Leistung vor allem bei komplexen Aufgaben deutlich verbessern. Grok lernt jetzt auch sehr schnell dazu, mit wöchentlichen Updates. Dazu kommen ein riesiges Kontextfenster von 256.000 Tokens und natürlich der Echtzeit-Zugriff auf Daten von X.
Die ersten Reaktionen aus der Community sind überwiegend positiv, besonders was die Geschwindigkeit und die Qualität der Antworten für Recherche und Programmierung angeht. Das neue Modell kann man übrigens aktuell kostenlos auf grok.com testen, indem man es in der Modellauswahl anklickt – sogar ohne Anmeldung oder Account.
💸 Kapital für souveräne KI aus Europa
Während die neuesten Updates überwiegend aus den USA kommen, gibt es diese Woche mal
wieder spannende News aus Europa: Das schwedische Startup Intric hat gerade 3,8 Millionen
Euro Funding in einer Pre-Seed Runde eingesammelt. Angeführt wurde die Runde vom
dänischen Investor byFounders und umfasst einige namhafte Europäische Angels. Diese haben
Intric’s Mission, die neuesten AI-Entwicklungen endlich massentauglich für regulierte
Industrien und Verwaltungen zu machen, direkt verstanden.
Intric fokussiert sich darauf, modernste KI-Modelle in regulierte Sektoren und die öffentliche
Verwaltung zu bringen.
Die Ansage der Gründer: Datenschutz und Datensicherheit nach
europäischen Standards, aber ohne die üblichen Einbußen bei der Funktionalität. Während
Europa aktuell oft über die Abhängigkeit von US-Anbietern diskutiert, liefert Intric hier ein
wichtiges Gegenmodell für Organisationen, die bei der Datenhoheit keine Kompromisse
machen können. Intric liefert hier quasi das Betriebssystem für souveräne KI-Agenten. Mit dem
frischen Kapital wollen sie jetzt auch in Deutschland stärker skalieren – wir behalten das auf
jeden Fall im Auge, da es genau die Brücke zwischen Compliance und Innovation schlägt, die
bisher oft gefehlt hat.
🧠 Google DeepThink
Auch Google schläft nicht und hat mit DeepThink einen neuen, spezialisierten Denkmodus für sein Top-Modell Gemini 3 vorgestellt. Dieser Modus ist speziell für komplexe wissenschaftliche, mathematische und technische Probleme gedacht und für Abonnenten von „Google AI Ultra“ verfügbar. Eine der beeindruckendsten Demos zeigt, wie die KI eine handgezeichnete Skizze in ein 3D-druckbares Modell umwandelt.
Das könnte für Bereiche wie 3D-Modellierung und Rapid Prototyping ein echter Game-Changer sein. Ein Reddit-Nutzer kommentierte schon: „Damn, blender days are over.“ DeepThink positioniert sich klar als Werkzeug für Experten und zeigt den Trend, KI nicht nur als allgemeinen Assistenten, sondern als hochspezialisiertes Werkzeug für Fachleute zu etablieren.
Die Benchmarks zeigen in einigen Tests absurde Sprünge sogar zum normalen Gemini 3 Pro Modell und unsere ersten Tests waren auch echt beeindruckend gut. Mal schauen, ob das Modell in Zukunft auch für User der anderen Pläne kommen wird.
🆕 Claude Sonnet 4.6
Anthropic hat mit Claude Sonnet 4.6 ein signifikantes Upgrade seiner kleinen Modellreihe vorgestellt. Es positioniert sich als die kosteneffiziente und trotzdem extrem leistungsstarke Alternative zum Spitzenmodell Opus 4.6. Besonders in den Bereichen Coding & Agents soll es massive Verbesserungen geben. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird als außergewöhnlich gut beschrieben, was es als echte Alternative zum teureren Opus-Modell positioniert.
Während viele den verstärkten Wettbewerb begrüßen, gibt es auch kritische Stimmen, die bei bestimmten Aufgaben eine schlechtere Leistung als beim Vorgänger Sonnet 4.5 bemängeln und die als zu restriktiv empfundenen Sicherheitsfilter kritisieren. Das zeigt mal wieder, dass nicht jedes Upgrade für jeden Anwendungsfall ein Fortschritt sein muss.
🦀 Kimi Claw
Passend zur Übernahme von Peter Steinberger hat Moonshot AI Kimi Claw gelauncht, einen KI-Assistenten, der auf dem OpenClaw-Framework basiert und direkt im Browser läuft. Er kommt mit 40GB Cloud-Speicher und Zugriff auf über 5.000 Community-Skills. Eine „Auto-Fix“-Funktion soll ihn stabiler machen als selbst gehostete Lösungen.
Die Nutzererfahrungen sind aber auch hier gemischt. Einige loben die einfache Einrichtung, andere sind frustriert über Fehler und Verbindungsprobleme. Die „Auto-Fix“-Funktion scheint auch nicht immer zu halten, was sie verspricht. Ein Nutzer schrieb treffend: „Auto-fix doesn’t fix anything.“ Kimi Claw zeigt aber den Trend zu einfach zu nutzenden, browser-nativen KI-Agenten. Aktuell ist Kimi Claw auch nur im 99 Dollar Plan von Kimi enthalten – für diesen Preis müsste man eigentlich erwarten dürfen, dass alles super läuft, denn damit kommt man auch für eigene OpenClaw Umsetzungen schon echt weit.
❌ KEIN OpenClaw in Manus
Und wo wir gerade bei Agenten sind: Auch Manus hat eine neue Funktion namens Manus Agents für die Interaktion über Messenger wie Telegram vorgestellt. Kurz nach der Ankündigung gab es Spekulationen, ob das Ganze auf OpenClaw basiert. Manus-Mitbegründer Yichao „Peak“ Ji hat aber schnell klargestellt: Manus Agents basiert komplett auf der eigenen, sicheren Architektur von Manus.
Das ist eine bewusste Abgrenzung zum offeneren, aber auch riskanteren Ansatz von OpenClaw, das ja immer wieder mit Sicherheitslücken zu kämpfen hat. Manus positioniert sich hier klar als die sichere und zuverlässige Alternative im wachsenden Markt der persönlichen KI-Agenten. Und auch sonst scheint es bei Manus große Pläne zu geben. In einer auf Twitter geposteten Roadmap sehen wir einiges an spannenden Features für die nächste Zeit.
💃🏽 Tanzende Roboter aus China
Zum Abschluss haben wir noch etwas Visuelles für euch. Bei der chinesischen Neujahrsgala gab es eine beeindruckende Vorführung von humanoiden Robotern des Unternehmens Unitree. Die Roboter zeigten eine komplexe Choreografie aus Tanz- und Kung-Fu-Bewegungen, absolut synchron mit menschlichen Tänzern. Das sah schon sehr beeindruckend aus und zeigt, welche Fortschritte die Robotik macht.
Online wurde das heiß diskutiert. Viele waren beeindruckt und zogen Vergleiche mit Boston Dynamics, andere äußerten aber auch Sorgen und finden das Ganze eher beängstigend als beeindruckend. Aber mal ehrlich, die Show war schon ziemlich cool.
