Auch wenn das natürlich immense Verbesserungen sind, finde ich persönlich besonders die Entwicklung bei der Erkennung von Diagrammen, Grafiken und Tabellen spannend, da ein Großteil der User meiner Meinung nach eher hiervon Gebrauch machen wird.
Eine spannende Funktion, die Anthropic vorgestellt hat, nennt sich Artifacts. Dabei handelt es sich um eine Art Echtzeit-Editor, bei dem das Ergebnis dynamisch neben unseren Eingaben generiert und angezeigt wird. Das ermöglicht uns einfach eine bessere und vor allem flexiblere Zusammenarbeit mit der KI, da wir direkt sehen, was wir momentan bearbeiten. Gerade in Bezug auf kreative Aufgaben bieten sich hier natürlich eine Menge Möglichkeiten und bisher war es bei vielen führenden KIs so, dass man eine Eingabe macht und dann mit einem fertigen Ergebnis konfrontiert wird und man dieses selbst bei Bildern nur sporadisch anpassen konnte.
Das versucht Artifacts jetzt zu ändern und auf den ersten Blick sieht es wirklich toll aus. Wir kommen einfach gerade in eine neue Phase bei der Arbeit mit KI-Tools. Die Technologie ist mittlerweile wirklich gut und fähig, jetzt geht es darum, die Nutzererfahrung zu verbessern und die Arbeit mit den Tools noch intuitiver zu gestalten. Da ist Artifacts auf jeden Fall ein sehr interessanter Ansatz.
Richtig beeindruckend wird das alles jetzt, wenn man diese neuen Fähigkeiten kombiniert. Dazu haben wir einfach einmal einen Screenshot von der ChatGPT-Website gemacht und diesen in Claude hochgeladen. Dazu einfach nur die kurze Bitte, den Frontend-Code für diese Website zu schreiben.
Claude 3.5 Sonnet verwendet jetzt die angesprochenen, sehr guten Vision-Fähigkeiten und benutzt dann Artifacts, um den Code für uns zu schreiben. Man sieht auch direkt in welcher Geschwindigkeit das abläuft und schon nach nicht einmal einer Minute haben wir dieses Ergebnis bekommen. Den Code können wir jetzt einfach direkt in Zusammenarbeit mit Claude weiterentwickeln oder herunterladen und selbst anpassen. Das ist wirklich eine unglaubliche Leistung, die wir so noch in keiner anderen KI gesehen haben – und schon gleich zweimal nicht in dem Tempo.
Mit dem neuen Claude 3.5 Modell in der Variante Sonnet hat Anthropic auf den ersten Blick wirklich abgeliefert. Sowohl die Geschwindigkeit, als auch die Qualität der Antworten spielen aktuell in der obersten Liga der Chatbots mit und man darf nicht vergessen: Das große Opus-Modell hat das Update noch gar nicht bekommen. In ChatGPT-Sprache bedeutet das: Wir haben hier eigentlich das Äquivalent zu GPT-3.5 Turbo und nicht GPT-4.
Bevor jetzt die Frage kommt, weshalb die meisten Anbieter zunächst diese „kleineren“ Modelle veröffentlichen, die dann tatsächlich auch oft direkt für alle verfügbar sind, anstatt sich auf ihre Frontier-Modelle, also die Flaggschiffe zu konzentrieren, möchten wir das einfach direkt adressieren, da es hierfür einen extrem simplen Grund gibt.
Es dauert einfach, bis ein großes Modell trainiert ist. Schlicht und einfach. Kleine Modelle mit weniger Parametern sind früher fertig und können in manchen Fällen dann sogar für das Training der großen Modelle genutzt werden und beispielsweise Trainingsdaten vor-filtern und aufbereiten, damit die zukünftigen Modelle wie GPT5 oder Claude 3 Opus effizienter arbeiten.
Natürlich konnten auch wir in der kurzen Zeit seit der Ankündigung noch nicht alles komplett bis ins letzte Detail testen – aber das holen wir natürlich nach. Wir sind bereits bei der Arbeit an einem ausführlicheren Video zum neuen Claude mit mehr Beispiele, Anwendungen und Informationen für euch. Alle neuen Erkenntnisse und Ergebnisse werden in diesem Artikel selbstverständlich ergänzt.