Die KI-News der Woche vom 22.01.2026

Die KI-News der Woche vom 22.01.2026

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Meta kauft sich in die Welt der AI-Agents ein, OpenAI bringt Werbung, ein günstiges „Go“-Abo und wagt den Schritt in den Gesundheitssektor, und Apple bestätigt endlich offiziell die Partnerschaft mit Google für die neue Siri.

Alle wichtigen KI-News der Woche haben wir für Euch wie immer kompakt zusammengefasst.  

Ⓜ️ Meta kauft Manus

Beginnen wir direkt mit einer ziemlich wichtigen Meldung, die vielleicht einige von euch schon mitbekommen haben. Der KI-Agent Manus, den wir auf dem Kanal ja auch schon einige Male gezeigt haben wurde von Meta, dem Konzern hinter Facebook gekauft. Nachdem Meta jetzt lange Zeit im KI-Rennen hinterher hing und die letzten eigenen Ansätze mit den Llama Modellen nicht mehr wirklich zünden konnten, besinnt man sich anscheinend darauf, dass man ja Mittel hat, um erfolgreiche Konkurrenten zu kaufen.

Manus ist im Bereich KI-Agenten und B2C, also eher in der Ausrichtung auf Privatpersonen, weniger Unternehmen, aktuell einer der erfolgreichsten Anbieter und trotzdem – für die Verhältnisse eines Unternehmens wie Meta – noch einigermaßen erschwinglich. Der Kaufpreis soll irgendwo bei 2 Milliarden Dollar liegen. Das ist natürlich viel, aber Meta bekommt so mal wieder einen Fuß in die Tür. 

Ob es bei dem Kauf jetzt primär um die Technologie, die Kunden oder das Personal von Manus ging – das ist aktuell noch schwer zu sagen und wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt. Bis jetzt scheint Manus wie gewohnt weiter zu funktionieren und es stehen wohl auch schon wieder einige Updates in den Startlöchern – wir halten euch natürlich auf dem Laufenden. 

📣 ChatGPT Werbung und Go

Und direkt noch ein Paukenschlag: Nach viel Dementieren wird es jetzt in ChatGPT doch Werbung geben. Das betrifft dabei erst aber einmal nur den kostenlosen Plan und den neuen, günstigen Go-Plan in den USA – für hier gibt es also erst einmal noch Entwarnung. Zu der Thematik haben wir diese Woche schon ein eigenes Video hochgeladen, in dem wir die Umsetzung und Auswirkungen beleuchten.

Gerade schon angedeutet und auch für uns relevant: OpenAI bietet den Go-Plan, der eigentlich zunächst als günstige Alternative für Schwellenländer gedacht war, jetzt global an. Das bedeutet auch bei uns in Deutschland zum Beispiel kann man sich jetzt einen kleinen, bezahlten Plan für 8$ im Monat holen. Im Go Plan bekommt man allerdings keine weiteren Modelle sondern lediglich mehr Limits beim Chatten und der Bilderzeugung. Gleichzeitig hören wir aktuell von immer mehr Usern, dass die Limits im kostenlosen Plan wohl deutlich reduziert wurde.

🤖 Gemini wird persönlicher

Aber auch Google schläft nicht und rollt ein großes Update für die „Personal Intelligence“ von Gemini aus. Ähnlich wie wir es von ChatGPTs Memory-Funktion kennen, kann sich Gemini jetzt endlich dauerhaft Dinge merken. Aber Google geht noch einen Schritt weiter: Die KI verknüpft diese Erinnerungen viel tiefer mit dem eigenen Ökosystem. Wenn ihr Gemini also einmal sagt, dass ihr vegetarisch esst oder keine Meetings vor 10 Uhr wollt, dann wird das künftig auch bei Vorschlägen in Maps oder beim Erstellen von Kalendereinträgen berücksichtigt. Das Ziel ist klar: Gemini soll nicht mehr nur ein Chatbot sein, sondern ein echter persönlicher Assistent, der euch und eure Vorlieben kennt. 

Zum Start wird das Ganze aktuell nur in den USA getestet, weitere Länder sollen aber schon bald folgen. Wenn ihr den Launch auch hier bei uns nicht verpassen wollt, lasst am besten direkt ein Abo da – wir informieren euch sofort, wenn es Neuigkeiten gibt! 

💸 20 Milliarden für xAI

Auch bei Elon Musks KI-Firma xAI läuft es gut: In einer Series-E Finanzierungsrunde hat das Unternehmen unglaubliche 20 Milliarden Dollar an Investitionen einsammeln können. Das ist selbst für ein Tech und KI Unternehmen eine echt riesige Summe, die dafür sorgt, dass die ambitionierten Pläne für weitere Rechenzentren und die weitere Entwicklung von Grok und Imagine, der Video und Bild-KI erst einmal finanziell abgesichert sind.

Man kann von der Person Musk und Grok halten, was man will: Was Umsetzung und Fortschritt angeht, sind sie aktuell ganz vorne dabei. Im Gegensatz zur Konkurrenz hat xAI schon ein Riesen-Rechenzentrum mit Collossus fertiggestellt und weitere sind bereits in der Umsetzung. Diese Rechenleistung kann durchaus zu einem entscheidenden Faktor im KI-Rennen werden und durch die neue Finanzspritze kann es jetzt wohl im gleichen Tempo weitergehen. 

🍎 Apple & Gemini

Lange wurde spekuliert, jetzt ist es definitiv: Apple geht für die neue Version von Siri eine Partnerschaft mit Google ein und will die starken Gemini Modelle oder eine Version davon für die eigene KI verwenden. Dass der iPhone Konzern es wohl nicht schafft, aus eigener Kraft ein Modell für eine verbesserte Siri und weitere Apple Intelligence Funktionen zu entwickeln, hat sich lange abgezeichnet. Die Frage war mehr: Auf wen setzt man im Zuge einer Partnerschaft. Diese Frage ist jetzt geklärt und der Gewinner ist Google. Für diesen mehrjährigen Deal wird Apple dem Suchmaschinenkonzern wohl ca. 1 Milliarde Dollar pro Jahr zahlen, damit ist das also auf jeden Fall auch eine lukrative Geschichte für Google. 

Wir sind schon gespannt, wie das in der Praxis aussieht, die verbesserte Version von Siri soll im Lauf des Jahres fertig sein, eventuell mit der neuen iOS Version. Wir halten euch aber natürlich auch hier auf dem Laufenden. 

🩺 ChatGPT Health

OpenAI wagt sich in einen sehr sensiblen Bereich: Mit „ChatGPT Health“ wurde ein neuer, speziell abgesicherter Bereich innerhalb von ChatGPT vorgestellt. Dieser Modus ist strikt von den normalen Chats getrennt und die Daten werden laut OpenAI nicht zum Trainieren der Modelle verwendet. In den USA kann man den Dienst sogar schon mit elektronischen Patientenakten oder Apple Health verknüpfen, um fundiertere Antworten auf Gesundheitsfragen zu bekommen. OpenAI betont zwar, dass es keinen Arzt ersetzt, aber als erste Anlaufstelle für medizinische Fragen oder zum Erklären von Laborwerten könnte das ein echter Gamechanger werden – vorausgesetzt, man vertraut dem Unternehmen diese Daten an. 

Aktuell steht die neue Funktion nur ausgewählten Testpersonen zur Verfügung, was bei diesem sensiblen Bereich ja auf jeden Fall auch Sinn macht.

🥼 Anthropic Health

Und auch Anthropic geht einen ähnlichen Weg. Fast zeitgleich wurde hier ebenfalls eine Health-Initiative angekündigt. Da Claude ja ohnehin für seine Ethik-Standards und Sicherheit bekannt ist, positionieren sie sich als die „sichere Alternative“ zu OpenAI im Krankenhaus. Anthropic betont in ihrer Meldung besonders den Datenschutz, der aber in diesem Bereich natürlich auch in ChatGPT laut OpenAI groß geschrieben wird.

Bei beiden dürfen die Daten nie die Chats verlassen und zu Trainingszwecken verwendet werden – würde man aber ja auch hoffen. Ähnlich wie bei ChatGPT ist die Health Funktion bei Claude auch jetzt als Beta für Personen in den USA verfügbar, also noch nicht für alle und uns hier verfügbar. 

🤝🏼 Claude Cowork

Anthropic bringt aber auch noch ein neues Feature, auf das viele gewartet haben: „Cowork“. Nachdem Entwickler das Tool „Claude Code“ schon extrem gefeiert haben, bringt Anthropic dieses Konzept jetzt für alle anderen Nutzer auf den Desktop. Mit der neuen macOS-App kann man Claude Zugriff auf lokale Ordner geben. Der Unterschied zum Chat? Cowork ist „agentisch“. Das heißt, man sagt Claude zum Beispiel: „Organisiere meinen Download-Ordner“ oder „Erstell eine Excel-Liste aus diesen Screenshots“. Claude macht dann selbstständig einen Plan und führt die Aktionen wirklich aus – benennt Dateien um, erstellt neue Dokumente oder schreibt Reports, während man parallel weiterarbeitet.  

Claude Cowork ist aktuell noch eine „Research Preview“ für Claude Max Abonnenten und erst einmal nur für den Mac verfügbar. Anthropic warnt auch davor, dass man vorsichtig sein soll, welchen Ordnern man Zugriff gibt, da die KI theoretisch auch Dateien löschen kann, wenn man es ihr sagt. Aber das Gefühl geht hier ganz stark weg vom „Chatbot“ hin zum echten „Mitarbeiter“, dem man Aufgaben zuschiebt. 

🗣️ Project AVA von Razer

Razer hat auf der CES mit „Project AVA“ für Aufsehen gesorgt. Das ist keine neue Maus, sondern ein holografischer KI-Begleiter für den Schreibtisch. Das Ganze sieht aus wie ein Glaszylinder, in dem ein Avatar “lebt”. Die KI analysiert euer Gameplay in Echtzeit und gibt euch Tipps – quasi ein Coach, der neben dem Monitor steht. Razer nennt das „Digital Teammate“. Aber AVA kann auch bei anderen Themen helfen, ähnlich wie ein Echo Dot oder Google Home und man kann sich auch abseits von Computerspielen mit der KI unterhalten, die übrigens auf Grok von xAI als Modell setzt.  

Ob man das wirklich braucht oder ob es nur eine Spielerei ist, muss sich zeigen, aber die Demo sah auf jeden Fall ganz cool aus und bringt so ein bisschen Cyberpunk-Feeling ins Gaming-Zimmer. 

💶 LMArena Investitionen

Eine interessante Meldung der LMArena. Das Tool, das ja für viele immer noch ein wichtiges Benchmark ist, hat jetzt seinerseits Investitionen bekommen und gar nicht mal so wenig. 150 Millionen Euro konnte das Unternehmen jetzt einsammeln, was einer Bewertung von 1,7 Milliarden Dollar entspricht. 

Wir wollen hier jetzt nichts kleinreden, aber ein bisschen überrascht hat uns das schon. Auch wir greifen gern hin und wieder auf die Zahlen aus den Leaderboards zurück, die ja ganz gut widerspiegeln, wie neue Modelle so ankommen, aber ein einfaches Tool, das eigentlich nur andere Modelle über APIs einbindet und ein Leaderboard erstellt, mit so viel Geld zu bewerten – das speichern wir mal unter der Kategorie KI-Hype ab. Trotzdem auf jeden Fall schön für die Betreiber, die so vermutlich noch eine ganze Weile lang finanziell unabhängig bleiben können – was für ein Vergleichstool natürlich schon wichtig ist. 

📉 OpenAI verliert Traffic

In unserem Video zur Werbung in ChatGPT haben wir es schon ein bisschen angedeutet: Der noch Anfang letzten Jahres unangefochtene Platzhirsch unter den KI-Chatbots verliert so langsam an Boden. Auch wenn ChatGPT mit 64,5% am 2. Januar immer noch sozusagen die absolute Mehrheit hat, sollte OpenAI vor allem der Marktanteil von Googles Gemini mit 21,5% zu denken geben. Denn noch vor einem halben Jahr sah es so aus, dass ChatGPT 78,6% und Gemini nur 8,6% Marktanteile hatten.

Diese Entwicklung liegt nicht zuletzt an den immer stärker gewordenen Google-Modellen, die mittlerweile als Pionier vorangehen und OpenAI wieder und wieder zu Reaktionen zwingen, die in letzter Zeit nicht mehr so überzeugen konnten wie zu Beginn. Der ChatGPT Konzern punktet zwar immer wieder mit Produktupdates und netten, kleinen Features, aber in den großen Kategorien wie auch Bild und Video-Erzeugung hinkt man mittlerweile hinterher. 

Auch hier sind wir gespannt auf die weitere Entwicklung in diesem Jahr und wo wir in weiteren 3, 6 und 12 Monaten stehen werden, sowohl mit den aktuellen Modellen, als auch der Verteilung der User auf die großen Anbieter.

Autor

  • Profilbild von Timothy Meixner

    Timothy Meixner ist Mitgründer und Geschäftsführer der Meixner & Ruof UG. Als KI- und Office-Experte betreibt er zusammen mit Johannes Ruof den erfolgreichen YouTube-Kanal Digitale Profis (125.000+ Abonnent:innen).

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