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OpenAI baut eine eigene Plattform für Wissenschaftler, ein Open-Source-Bot namens „Moltbot“ macht gerade das Netz unsicher (im positiven wie im negativen Sinne), Google bringt Musik und „Veograms“ in Gemini und es gibt mal wieder ein neues, beeindruckendes KI-Modell aus China.
Alle wichtigen KI-News der Woche haben wir für Euch wie immer kompakt zusammengefasst.
🔮 OpenAI Prism
Mit einem neuen Release zielt OpenAI jetzt ganz genau auf die Wissenschaft ab. Mit „Prism“ haben sie eine neue Plattform – oder eher einen Workspace – gelauncht, der speziell für akademisches Arbeiten gedacht ist. Das Ganze läuft wohl auf einer speziellen Version von GPT-5.2 und ist tief mit Tools wie LaTeX und Wolfram Alpha integriert. Die Idee ist, dass Prism nicht einfach nur Text generiert, sondern beim Beweisen von Thesen hilft, Quellen in Echtzeit verifiziert und Formatierungen für Paper übernimmt. Es ist quasi der „Co-Author“ für die Forschung.
Spannend ist dabei vor allem die neue „Deep Research“-Ansicht, bei der Prism komplexe Zusammenhänge visualisiert – daher wohl auch der Name. Für Studenten und Forscher könnte das auf jeden Fall eine interessante Sache sein, wir sind mal gespannt, wie die ersten Erfahrungsberichte so ausfallen werden.
🦀 Clawdbot/Moltbot Hype
Prism – wie fast alle anderen Meldungen diese Woche – ist aber doch sehr im KI-Hype-Thema Nummer 1 untergegangen. Wenn ihr in den letzten Tagen auf Twitter, Reddit oder auch YouTube unterwegs wart, seid ihr um „Clawdbot“ oder wie er mittlerweile heißt Moltbot nicht herumgekommen. Das ist ein neues Open-Source-Projekt, das gerade viral geht. Moltbot ist ein agentischer Bot, der sich lokal bei euch installiert und dann Zugriff auf so ziemlich alles hat: WhatsApp, Slack, eure Files, den Browser. Das Coole: Er ist extrem mächtig und automatisiert euer ganzes Leben über verschiedene Apps hinweg, ohne dass ihr auf APIs warten müsst.
Das Problem: Sicherheitsexperten schlagen Alarm. Weil der Bot so tief ins System eingreift und Open Source ist, ist es ein potenzielles Sicherheitsdesaster, wenn man nicht genau weiß, was man tut. Also: Die Nutzung würden wir aktuell eigentlich nur denjenigen empfehlen, die sich wirklich auskennen. Wir haben dazu übrigens auch ein separates Video gemacht.
🇨🇳 Kimi K2.5
Aber während noch alle über Moltbot reden, kommt aus China mal wieder eine richtige Ansage. Moonshot AI hat „Kimi K2.5″ veröffentlicht. Und das Modell hat es in sich. Nicht nur lässt es in vielen Benchmarks sogar die besten Modelle der großen Anbieter hinter sich, sondern es bringt auch eine neue Funktion mit: Swarm. In einem Demo-Video sieht man, wie Kimi nicht nur eine Aufgabe erledigt, sondern einen Schwarm von bis zu 100 Sub-Agenten erstellt, die parallel arbeiten. Einer recherchiert, einer codet, einer testet. Das ist schon sehr cool.
Und vor allem im Bereich Coding ist das Modell sehr stark und kann gerade im Frontend Bereich neue Maßstäbe setzen. Nicht zuletzt dank der „Video to Code“-Funktion. Man lädt dabei einfach ein Video von einer App hoch, und Kimi baut die komplette Funktionalität nach. Laut ersten Benchmarks zieht Kimi damit im Coding an GPT-5.2 vorbei – und das Beste: Es ist Open Weights, also hier bleiben die Chinesen ihrer Linie mal wieder treu und veröffentlichen selbst die besten Modelle nicht proprietär.
🤳🏻 Higgsfield AI Slop
Es gibt mal wieder Neuigkeiten von der Video-KI-Plattform Higgsfield, die ja schon ein paar mal für Aufsehen gesorgt haben. Jetzt wurde eine neue Plattform namens „Higgsfield Earn“ gestartet. Das Versprechen: Ihr erstellt KI-Videos mit ihren Modellen und KI-Influencern und werdet dafür bezahlt, wenn diese viral gehen oder für Trainingsdaten genutzt werden.
Kritiker bezeichnen das Ganze jetzt schon als „AI Slop Factory“, weil befürchtet wird, dass das Internet jetzt mit massenhaft generierten KI-Clips geflutet wird gerade auf Plattformen wie TikTok oder Instagram Reels, nur um ein paar Cent zu verdienen. Ob das wirklich ein nachhaltiges Modell für Creator ist oder nur die nächste Spam-Welle auslöst, müssen wir mal abwarten – wir befürchten eher zweiteres.
🎶 Google Veogram & Musik
Aber auch Google rüstet Gemini weiter auf und wird dabei kreativer. Zwei neue Funktionen wurden jetzt gesichtet: „Veograms“ und Musik-Tools. Veograms sind kurze, template-basierte Videobotschaften – basierend auf dem Veo-Modell. Die Idee ist wohl, dass man statt einer Sprachnachricht einfach ein kurzes, KI-generiertes Video verschickt, das die Nachricht überbringt.
Dazu kommt die Musik-Erstellung direkt im Chat. Es scheint fast so als gäbe es bald einen neuen Konkurrenten für Suno, Udio und Co. Denn es wurden sogar schon erste KI-generierte Musikstücke (wenn auch sehr kurz) gefunden.
💻 Chrome wird KI-Browser
Nachdem es ja mittlerweile schon einige spezielle KI-Browser gibt, egal ob Comet von Perplexity oder Atlas von OpenAI legt Google auch hier nach und macht eigentlich das einzig richtige: Statt einem eigenen KI-Browser bekommt der hauseigene Marktführer Chrome jetzt einfach Gemini direkt integriert. Zum Start ist auch das wieder nur in den USA verfügbar aber bringt im Prinzip alles mit, was man so von den anderen Browsern kennt. Die Seitenleiste mit Gemini, die zum Kontext der Website Fragen beantworten kann – aber auch zum Beispiel mit Nano Banana Pro Bilder erstellen, abhängig vom Seiteninhalt. Natürlich werden vor allem die anderen Google Dienste, egal ob Maps, Gmail, etc. Reibungslos eingebunden und können über die neuen KI-Funktionen bedient werden.
Außerdem soll es wohl möglich sein, kleine Aufgaben wie zum Beispiel Buchungen für den Urlaub, ganz an die KI abzugeben und damit auch nützliche Automation zu bekommen. Wir hatten ja letzte Woche über die neue Personalisierung von Gemini gesprochen und auch diese Funktion wird, sobald verfügbar die Erfahrung mit KI-Chrome noch besser machen. So kann sich Gemini Dinge merken und ganz auf uns zugeschnitten agieren.
Natürlich müssen wir abwarten, wann das auch zu uns kommt und wie gut es alles am Ende funktioniert. Aber Google hat hier im Vergleich zur Konkurrenz doch mal wieder einen Riesen-Vorteil. Niemand muss den Browser wechseln, sondern wir bekommen einfach KI in den Browser, den wir sowieso fast alle nutzen.
🧞♂️ Genie 3 bald öffentlich?
Und noch eine Nachricht von Google: Wir haben ja alle schon die beeindruckenden Demos von Genie 3, dem Weltmodell von Google gesehen, mit dem beeindruckende dreidimensionale Welten einfach aus Prompts erschaffen werden.
Wenn man den Gerüchten glauben darf, dann wird Genie 3 eventuell schon bald als Labs Experiment veröffentlicht werden. Einige Google Mitarbeiter haben auf Twitter Genie-Emojis gepostet und das ist eigentlich immer ein eindeutigesZeichen – haben wir auch bei den letzten Gemini-Releases schon gesehen.
Ob das dann in Labs auch in Europa verfügbar ist, oder ob es vielleicht sogar Pro und Ultra Abonennten vorbehalten ist müssen wir abwarten. Das Modell braucht sicherlich einiges an Rechenleistung, deshalb kann es durchaus sein, dass wir da nicht alle einfach kostenlos Zugang bekommen. Wir halten euch aber natürlich auf dem Laufenden, sobald wir da mehr wissen.
🧑🏻💻 MCP Apps bei Claude
Kommen wir zu Anthropic. Ihr erinnert euch vielleicht an das „Model Context Protocol“, kurz MCP, das Ende letzten Jahres vorgestellt wurde. Damit kann man Claude mit lokalen Daten verbinden, aber auch andere KI-Tools konnten das Protokoll nutzen. Bisher war das aber eher was für Entwickler und Bastler, denn das Setup war nicht so einfach, dass es alle sofort verstehen.
Das ändert sich jetzt mit dem offiziellen „Claude Directory“. Das ist im Grunde ein App Store für Claude-Integrationen. Ihr könnt dort mit wenigen Klicks verifizierte Verbindungen zu Tools wie Google Drive, Notion, Slack oder GitHub installieren. Das bedeutet: Ihr müsst nicht mehr programmieren, um Claude Zugriff auf eure Firmen-Wissensdatenbank oder eure privaten Notizen zu geben. Anthropic schafft hier gerade den Standard, wie KI-Modelle mit der Außenwelt kommunizieren, und macht das endlich auch für normale Endnutzer zugänglich.
Ähnlich wie beim Moltbot muss man hier aber natürlich darauf achten und sich überlegen, welche Zugriffe man einer KI geben will. Dadurch, dass es jetzt so einfach wird, passiert es schnell, dass man vielleicht doch zuviele Berechtigungen verteilt und nachher Probleme bekommt. Also probiert es gerne aus, aber geht mit einer gesunden Portion Vorsicht an die Sache ran, wenn ihr euch da unsicher seid.
📈 Claude und Excel
Und passend dazu gibt es ein ganz konkretes Anwendungsbeispiel, das vor allem Microsoft gar nicht schmecken dürfte: Claude kommt nativ in Excel. Über ein neues Add-in könnt ihr Claude direkt in euren Excel-Tabellen nutzen – und das geht weit über das hinaus, was bisher möglich war. Anders als der oft etwas starre Microsoft Copilot, kann Claude hier wohl deutlich flexibler agieren.
Im Video sieht man, wie Claude komplexe, verschachtelte Formeln repariert, riesige Datensätze bereinigt und Pivot-Tabellen erstellt, indem man einfach nur beschreibt, was man sehen will. Da Claude im Coding und Logik-Bereich für viele aktuell immer noch die Nase vorn hat, könnte das für viele Analysten und Office-Worker der Grund sein, den Copilot links liegen zu lassen. Wir werden das auf jeden Fall mal testen, ob es im Alltag wirklich so flüssig läuft wie in der Demo.
