KI-News · Wochenbriefing
Die KI-News der Woche vom 24.09.2026
Anthropic und OpenAI stellen neue Modelle vor, Gemini Notebook erhält Lernfunktionen und Xiaomi veröffentlicht offene Modellgewichte.
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Anthropic und OpenAI veröffentlichen neue KI-Modelle, während über ein kontrollierteres Entwicklungstempo diskutiert wird. Gemini Notebook bekommt neue Lernfunktionen, Xiaomi stellt offene Modellgewichte bereit und bei Sprachassistenten sowie KI für Lehrkräfte gibt es weitere Neuerungen.
Gemini Notebook ergänzt Sprachchat und interaktive Berichte
Google erweitert Gemini Notebook um Lernfunktionen. In der mobilen App wird ein Sprachchat ausgerollt: Du kannst Fragen zu den Inhalten deines Notebooks stellen und dich darüber unterhalten, statt sie einzutippen.
Neu sind auch interaktive Berichte. Aus einem Notebook lässt sich eine Lernübersicht mit den wichtigsten Konzepten erstellen. Darin können Videos und Quizze an vorgeschlagenen Stellen mit einem Klick eingefügt werden. Die einzelnen interaktiven Elemente gab es bereits; neu ist vor allem ihre Kombination mit dem Bericht.
Für die mobile App hat Google außerdem einen Audiorekorder angekündigt, mit dem sich ab der folgenden Woche etwa Vorlesungen oder eigene Gedanken aufnehmen lassen sollen. Geplant sind weitere Quizformate mit Lückentexten und kurzen Freitextantworten.
Anthropic stellt Claude Opus 5.5 vor
Claude Opus 5.5 ist laut Anthropics Ankündigung das erste Modell der neuen 5.5-Familie. Es soll vor allem bei längeren Programmieraufgaben und beim Umgang mit Informationen besser abschneiden, verständlicher schreiben und bei vielen Aufgaben an Claude Fable 5.1 herankommen. Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 sollen in den kommenden Wochen folgen.
Anthropic beziffert die Kosten für typische Aufgaben auf rund 40 Prozent weniger als bei Opus 5. Dazu sollen günstigere Preise und ein geringerer Tokenverbrauch beitragen. Über die API kostet eine Million Eingabe-Tokens vier US-Dollar und eine Million Ausgabe-Tokens 20 US-Dollar. Die Textausgabe soll mehr als 30 Prozent schneller sein. Für Abonnenten steigen die Fünf-Stunden-Limits; zusätzlich gibt es einen aufhebbaren Reset der Nutzungslimits.
Der Hersteller meldet auch bessere Ergebnisse bei Sicherheitstests, etwa gegen manipulierte Anweisungen in fremden Inhalten. Wie zuverlässig das im Alltag funktioniert, müssen unabhängige Tests zeigen. Opus 5.5 ist bereits verfügbar. Die Veröffentlichung folgt kurz auf Dario Amodeis Forderung nach einem kontrollierteren Entwicklungstempo für besonders leistungsfähige KI.
OpenAI bringt GPT-6 Sol und Luna
Nach GPT-6 Astra hat OpenAI GPT-6 Sol und GPT-6 Luna vorgestellt. Sol ist für anspruchsvollere Programmieraufgaben und mehrstufige Arbeitsabläufe gedacht. Luna soll viele kleinere Aufgaben schnell und günstig erledigen. Astra bleibt das Spitzenmodell für besonders schwierige Aufgaben.
Eine Million Eingabe-Tokens kostet über die API bei Sol zwei US-Dollar, eine Million Ausgabe-Tokens zehn US-Dollar. Bei Luna sind es zehn beziehungsweise 50 US-Cent. Die Preise liegen damit mindestens 50 Prozent unter den bisherigen Aktionspreisen entsprechender GPT-5.6-Modelle. In einem internen Test mit Gesprächen, bei denen frühere Modelle Faktenfehler gemacht hatten, verursachte Sol laut OpenAI ungefähr halb so viele Fehler wie sein Vorgänger. Daraus ergibt sich keine allgemeine Fehlerquote für die Nutzung im Alltag.
Die Modelle werden in ChatGPT Work und Codex für Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu ausgerollt; in Enterprise müssen Administratoren sie freischalten. Mit Free und Go ist Luna in der Desktop-App zugänglich. Im normalen Chat sind beide Modelle bislang nicht verfügbar, über die API dagegen schon.
Xiaomi veröffentlicht MiMo-V2.6-Modelle
Zur neuen MiMo-V2.6-Reihe gehören Pro-RL, Flash-RL und eine kleinere Variante auf Basis von Qwen mit neun Milliarden Parametern. Xiaomi stellt die Modellgewichte auf Hugging Face zum Download bereit. Damit können Entwickler die Modelle auf eigener Hardware betreiben, sofern diese leistungsfähig genug ist.
Pro und Flash verarbeiten Text, Bilder, Video und Audio und bieten ein Kontextfenster von einer Million Tokens. Ihr Schwerpunkt sind mehrstufige Aufgaben mit Werkzeugen, etwa beim Programmieren oder bei Büroarbeiten. Xiaomi berichtet in eigenen Tests von deutlichen Fortschritten gegenüber MiMo-V2.5. Die kleinere Variante wurde mit Daten weitertrainiert, die MiMo erzeugt hat, und soll vor allem der Forschung an KI-Agenten dienen.
Zusätzlich bietet Xiaomi eine Desktop-App für Windows und Macs mit Apple-Chip an. Sie soll Dokumente, Präsentationen und Tabellen erstellen, Dateien organisieren und größere Aufgaben auf mehrere Agenten verteilen. Laut Downloadseite ist die App bislang in der EU, Großbritannien und Südkorea nicht verfügbar. Die offenen Modelle lassen sich herunterladen; die fertige App ist hierzulande derzeit nicht zugänglich.
Anthropic führt Claude Chat und Cowork zusammen
Anthropic führt Claude Chat und Cowork zusammen. Innerhalb derselben Unterhaltung soll Claude erkennen, welche Werkzeuge eine Aufgabe benötigt. Du musst also nicht vorab zwischen einer kurzen Frage und einer umfangreicheren Aufgabe wechseln. Bestehende Projekte, Skills und verbundene Dienste bleiben erhalten. Laut Anthropic kann Claude weiterarbeiten, wenn der Laptop bereits zugeklappt ist.
Hinzu kommen Claude Docs und Claude Slides, mit denen sich Dokumente und Präsentationen im Gespräch erstellen und bearbeiten lassen. Auch Claude Design wird integriert. Einzelne Folien können angepasst, direkt aus Claude präsentiert oder als PowerPoint und PDF heruntergeladen werden.
Die Zusammenführung startet schrittweise für Pro und Max im Web, auf dem Desktop und auf Smartphones. Team und Free sollen folgen. Docs, Slides und die integrierte Design-Funktion starten als Beta für kostenpflichtige Tarife.
Dario Amodei fordert ein kontrollierteres KI-Tempo
Anthropic-Chef Dario Amodei fordert in einem Beitrag über das Entwicklungstempo leistungsfähiger KI, den Fortschritt zu drosseln. Aus seiner Sicht wachsen die Fähigkeiten so schnell, dass Sicherheitsforschung und Kontrollmöglichkeiten nicht ausreichend mithalten. Er verweist besonders darauf, dass KI bei der Entwicklung der nächsten KI-Generation helfen und den Fortschritt weiter beschleunigen könnte.
Amodei schlägt drei Schritte vor: unabhängigen Prüfteams dauerhaften Zugang zu internen Abläufen der KI-Unternehmen geben, gemeinsame Standards zwischen Unternehmen und Regierungen demokratischer Länder vereinbaren und langfristig eine internationale Abstimmung erreichen. Anthropic verpflichtet sich nach eigener Aussage zum ersten Schritt.
Sein Vorschlag ist kein allgemeiner Trainingsstopp. Das kontrolliertere Tempo soll Zeit für Tests und Sicherheitsforschung schaffen. Offen bleibt, ob andere Unternehmen und Staaten mitziehen und wie sich Vereinbarungen überprüfen lassen. Entscheidend wird sein, wie unabhängig externe Prüfteams tatsächlich arbeiten können, welchen Einblick sie erhalten und was sie öffentlich machen dürfen.
GPT-Live-1 ermöglicht Sprachgespräche über die API
Mit GPT-Live-1 können Entwickler Sprachgespräche in eigene Anwendungen einbauen. Das Modell kann gleichzeitig zuhören und sprechen. Nutzende können deshalb während einer Antwort etwas ergänzen, sich korrigieren oder nachfragen. Auch Denkpausen und Hintergrundgeräusche soll es besser einordnen.
GPT-Live-1 führt das Gespräch und kann für aufwendigere Überlegungen oder Aktionen ein anderes Modell oder einen Agenten im Hintergrund beauftragen. Während dieser etwa einen Bestellstatus prüft, kann die Unterhaltung weiterlaufen. Nach den API-Hinweisen können Entwickler auch Modelle anderer Anbieter anbinden.
GPT-Live-1 ist bereits über die API verfügbar. Die Sprachkomponente kostet fünf US-Cent pro Minute. Für das dahinterliegende Modell und dessen Werkzeuge fallen zusätzliche Kosten an.
Google stellt Gemini 3.8 Live vor
Google hat Gemini 3.8 Live und Gemini 3.8 Live Extended Thinking für Sprachgespräche vorgestellt. Die normale Variante soll schnelle, kosteneffiziente Gespräche ermöglichen. Extended Thinking ist für anspruchsvollere Aufgaben mit mehreren Denkschritten gedacht.
Die Modelle können visuelle Informationen in ein Gespräch einbeziehen. Werkzeuge und verbundene Dienste sollen im Hintergrund arbeiten, während die Unterhaltung weiterläuft. Extended Thinking soll zugleich nachdenken und sprechen können und bei längeren Aufgaben über den Fortschritt informieren.
Beide Modelle werden seit dem 15. September über die Gemini API und Google AI Studio ausgerollt. Gemini 3.8 Live kommt außerdem in Search Live, Extended Thinking in Gemini Live. Für Google Workspace sind ebenfalls Funktionen vorgesehen; ihre Verfügbarkeit hängt vom Abo ab. Gemeinsam mit GPT-Live-1 zeigt die Ankündigung den Trend zu Sprachassistenten, die während eines Gesprächs mehrstufige Aufgaben mit Werkzeugen bearbeiten.
F13 erhält Unterrichtsassistenten für Lehrkräfte
Die KI-Assistenz F13 in Baden-Württemberg hat einen Unterrichtsassistenten bekommen. F13 ist in die Landesplattform SCHULE@BW integriert und bietet bereits Chat, Dokumentarbeit und Bildgenerierung. Die neue Funktion unterstützt gezielt bei der Planung von Unterrichtseinheiten.
Der Assistent fragt zunächst Schulart, Klassenstufe und Unterrichtsinhalt ab. Danach nutzt er Bildungspläne und erstellt Vorschläge, die Lehrkräfte weiterbearbeiten können. Noch sind nicht alle Bildungspläne angebunden; weitere sollen laut Nutzungshinweisen folgen. Die Entwürfe müssen fachlich geprüft und an die eigene Klasse angepasst werden.
Die Sprachmodelle laufen auf Hardware unter Kontrolle des Landes-IT-Dienstleisters BITBW. Angeboten werden derzeit GPT-OSS-120B und Swiss Apertus 70B. Laut den offiziellen Hinweisen werden Eingaben nicht zum Nachtrainieren verwendet. Anleitungen und Beispiele zum Unterrichtsassistenten stehen auf der Pinnwand der Landesfortbildung.