KI-News · Wochenbriefing
Die KI-News der Woche vom 01.09.2026
Scalable Capital öffnet Depots für KI-Assistenten, Nvidia soll Hugging Face übernehmen und OpenAI meldet eine Milliarden-Umsatzrate mit ChatGPT-Werbung.
Alle Meldungen dieser Ausgabe
KI-News
- Lesezeit
- 7 Min. Lesezeit
- Veröffentlicht
- Format
- KI-News
- Niveau
- Einsteiger
- Thema
- KI-News
Scalable Capital öffnet Depots für KI-Assistenten, Nvidia soll Hugging Face übernehmen und OpenAI meldet eine Milliarden-Umsatzrate mit ChatGPT-Werbung.
Scalable Capital öffnet Depots für KI-Assistenten
Scalable Capital führt eine Funktion namens „Agentic Investing“ ein. Damit können Kundinnen und Kunden ihr Konto mit KI-Assistenten wie ChatGPT, Claude oder Grok verbinden. Anschließend lassen sich in natürlicher Sprache Portfolios analysieren, Nachrichten und Marktdaten abrufen, Watchlists verwalten, Preisalarme setzen sowie Orders oder Sparpläne anlegen. Über die Einführung berichtet Finance Magnates.
Vollständig autonom handelt der verbundene Assistent nicht. Vor jeder Transaktion müssen die üblichen Informationen zu Kosten und Risiken erscheinen, anschließend ist eine ausdrückliche Bestätigung nötig. Für die Verbindung verlangt Scalable eine Anmeldung mit Zwei-Faktor-Authentifizierung. Ein- und Auszahlungen bleiben auf die Scalable-App und die Website beschränkt.
Scalable weist außerdem darauf hin, dass Antworten und Empfehlungen des verbundenen KI-Assistenten keine Anlageberatung des Unternehmens darstellen. Das Unternehmen bezeichnet sich als erste Bank in Europa, die ihre Plattform für große KI-Assistenten öffnet. Wie viele Menschen einem solchen System tatsächlich Zugriff auf ihr Depot geben möchten, bleibt offen.
Bericht: Nvidia will Hugging Face übernehmen
Nvidia soll einer Übernahme von Hugging Face für 12,9 Milliarden US-Dollar zugestimmt haben. Ein Bericht des Handelsblatts über die mutmaßliche Vereinbarung beruft sich auf The Information und eine mit dem Vorgang vertraute Person. Weder Nvidia noch Hugging Face haben den Deal bislang offiziell bestätigt.
Hugging Face ist ein zentraler Treffpunkt der Open-Model-Community. Auf der Plattform werden Modelle, Datensätze und Anwendungen veröffentlicht, getestet und gemeinsam weiterentwickelt. Nvidia würde mit einer Übernahme daher nicht nur ein weiteres KI-Unternehmen kaufen, sondern auch einen wichtigen Zugangspunkt zu offenen Modellen kontrollieren.
Die Verbindung könnte Entwicklung und Bereitstellung offener Modelle beschleunigen. Gleichzeitig würde sich die Frage nach der Neutralität der Plattform stellen, denn Hugging Face unterstützt auch Modelle und Hardware anderer Anbieter wie AMD und Intel. Falls der wichtigste KI-Chiphersteller einen der wichtigsten Modell-Hubs übernimmt, dürften auch Wettbewerbsbehörden den Deal genau prüfen.
Google erweitert Gemini Omni 1.1 Flash
Google hat Gemini Omni 1.1 Flash veröffentlicht. Das Update der Video-KI soll vor allem mehr Kontrolle in professionelle Produktionsabläufe bringen. Google stellt die Neuerungen in einer offiziellen Produktankündigung vor.
Videos lassen sich nun in Schritten von jeweils zehn Sekunden bis auf eine Gesamtlänge von 40 Sekunden erweitern. Dabei analysiert das Modell bis zu zehn Sekunden des bisherigen Videos. Zuvor orientierte es sich nur am letzten Bild beziehungsweise an der letzten Sekunde. Nach Angaben von Google sollen Personen, Bewegungen und Handlung dadurch über mehrere Erweiterungen hinweg konsistenter bleiben.
Neu ist außerdem die Möglichkeit, ein Start- und ein Endbild vorzugeben. Omni erzeugt die Bewegung und den Übergang zwischen beiden Bildern. Für schnelle Entwürfe gibt es eine 360p-Option, die laut Google bis zu 60 Prozent schneller arbeitet und nur ein Drittel so viel kostet wie eine Generierung in 720p. Fertige Ergebnisse können anschließend in 1080p oder 4K ausgegeben werden.
Omni 1.1 steht über die Gemini API und Google AI Studio bereit. In Google Flow ist das Modell weltweit für AI-Plus-, Pro- und Ultra-Abos verfügbar. Die Szenenerweiterung kommt zusätzlich in die Gemini-App. Günstige Vorschauen, längere Szenen und kontrollierte Übergänge machen das Update besonders für iterative Videoproduktion interessant.
ChatGPT Work kann angemeldete Websites nutzen
ChatGPT Work kann Aufgaben auf ausgewählten Websites erledigen, für die eine Anmeldung erforderlich ist. Sobald eine Seite Zugangsdaten verlangt, öffnet Work ein separates Fenster. Dort gibst du Benutzername, Passwort und gegebenenfalls einen Sicherheitscode selbst ein. Danach kann der Agent seine Arbeit auf der Website fortsetzen. OpenAI hat die Funktion über den offiziellen ChatGPT-Account angekündigt.
Laut OpenAI sieht das Modell die eingegebenen Zugangsdaten nicht. Das Unternehmen erklärt außerdem, weder Benutzernamen noch Passwörter zu speichern. Die angemeldete Sitzung kann allerdings für spätere Aufgaben erhalten bleiben. In den Einstellungen lassen sich deshalb die Browserdaten einzelner Websites oder des gesamten Cloud-Browsers löschen.
Work kann so beispielsweise Informationen aus Kundenportalen abrufen, Formulare ausfüllen oder Termine buchen. Bei folgenreichen Aktionen wie Reservierungen oder Zahlungen soll weiterhin eine ausdrückliche Bestätigung erforderlich sein. Die Anmeldung auf Websites ist zunächst für Plus- und Pro-Abos auf Web und Mobilgeräten verfügbar.
OpenAI will seine Modelle aus Cursor abziehen
OpenAI will die Bereitstellung seiner Modelle im KI-Codeeditor Cursor beenden. Hintergrund ist die Übernahme von Cursor durch SpaceX, die Mitte August bestätigt wurde. OpenAI hat SpaceX darüber informiert, den bestehenden Vertrag auslaufen lassen zu wollen. Als vorläufiger Abschalttermin nennt das Unternehmen den 12. November 2026. Die Gründe erläutert OpenAI in einer öffentlichen Stellungnahme zu Cursor.
OpenAI begründet die Entscheidung damit, nicht sicherstellen zu können, dass SpaceX die Modelle dauerhaft im Rahmen der vereinbarten Nutzungsbedingungen einsetzt. Das Unternehmen verweist außerdem auf frühere Vertragsverstöße von Firmen aus dem Umfeld von Elon Musk.
Bis zum vorgeschlagenen Termin sollen Entwicklungsteams noch auf die bisherigen OpenAI-Modelle in Cursor zugreifen können. Neue Modelle, darunter ausdrücklich das kommende Modell Astra, will OpenAI dort jedoch nicht mehr bereitstellen. Bleibt es bei der Entscheidung, müssten viele Cursor-Nutzer ihre Modellwahl oder ihren Coding-Workflow umstellen. SpaceX könnte Cursor zugleich stärker auf eigene Modelle wie Grok ausrichten.
OpenAI meldet Milliardenrate mit ChatGPT-Werbung
Das Werbegeschäft rund um ChatGPT hat nach Angaben von OpenAI weniger als 200 Tage nach dem Start eine aufs Jahr hochgerechnete Umsatzrate von einer Milliarde US-Dollar erreicht. Dabei handelt es sich um eine annualisierte Rate, nicht um bereits über ein volles Jahr verbuchten Umsatz. OpenAI stellt die Entwicklung in einem eigenen Bericht zum Ausbau von ChatGPT Ads dar; auch CNBC berichtet über die Umsatzrate.
Nach Angaben des Unternehmens nutzen inzwischen Zehntausende Werbekunden die Plattform. ChatGPT Ads sind in mehr als 40 Ländern verfügbar. In Europa, Indien, dem Nahen Osten und Nordafrika können Unternehmen Werbung außerdem direkt über den Ads Manager buchen. Die Anzeigen erscheinen vor allem in den kostenlosen und günstigeren ChatGPT-Angeboten.
Für die Auswahl der Werbung kann der Kontext des aktuellen Gesprächs verwendet werden. Abhängig vom Land und den persönlichen Einstellungen können auch Informationen aus der weiteren ChatGPT-Nutzung einfließen. OpenAI verspricht, Anzeigen klar zu kennzeichnen und von den Antworten zu trennen. Werbekunden sollen keinen Zugriff auf private Unterhaltungen erhalten, außerdem sollen Anzeigen die Modellantworten nicht beeinflussen.
Angebliche Astra-Outputs kursieren im Netz
Im Netz sind angebliche erste Ergebnisse von OpenAIs kommendem Modell Astra aufgetaucht. Die Beispiele umfassen komplexe Websites, dreidimensionale Voxel-Welten und ein Spiel im Stil des alten GTA 2. TestingCatalog zeigt und beschreibt diese inoffiziellen Outputs.
Laut TestingCatalog sollen einige Ergebnisse ohne vorbereitete Beispiele, mit maximalem Rechenaufwand und aus jeweils einem einzigen Prompt entstanden sein. Die Beispiele stammen jedoch aus inoffiziellen Early-Access- und Community-Quellen. OpenAI hat nicht bestätigt, dass sämtliche gezeigten Projekte tatsächlich von Astra erzeugt wurden. Offizielle Benchmarks und ein Veröffentlichungstermin fehlen ebenfalls.
Bestätigt ist, dass Astra als kommendes OpenAI-Modell vorgesehen ist. OpenAI erklärte Anfang August außerdem, interne Tests hätten so starke Fähigkeiten beim agentischen Programmieren und im Bereich Cybersicherheit gezeigt, dass eine kritische Cyberfähigkeit nach dem eigenen Preparedness Framework nicht ausgeschlossen werden könne. Gemeint sind Fähigkeiten, mit denen ein Modell möglicherweise selbstständig neue Angriffe auf gut geschützte Systeme entwickeln könnte.
Claude Cowork erhält einen integrierten Browser
Claude Cowork bekommt einen eigenen Browser. Wenn eine Aufgabe eine Website benötigt, öffnet er sich direkt in der Seitenleiste der Desktop-App. Claude kann dort Seiten lesen, Links anklicken, Formulare ausfüllen und Informationen aus Portalen oder Dashboards abrufen. Eine Erweiterung ist dafür nicht nötig. Anthropic beschreibt die Funktion im offiziellen Beitrag zum Cowork-Browser.
Der Cowork-Browser bleibt vom persönlichen Browser getrennt. Claude sieht nicht automatisch deine geöffneten Tabs, Lesezeichen oder Passwörter. Anmeldungen können bei Bedarf für einzelne Websites aus Chrome, Edge oder Firefox übernommen werden. Bank-, E-Mail- und Single-Sign-on-Konten bleiben zunächst ausgeschlossen, sofern du sie nicht ausdrücklich freigibst.
Der Browser wird für Pro-, Max- und Team-Abos in der Claude-Desktop-App auf macOS, Windows und Linux ausgerollt. Unternehmen können die Funktion bereits über ihre Administrationsbereiche steuern. Anthropic warnt zugleich davor, dass versteckte Anweisungen auf Websites einen Browser-Agenten manipulieren können. Schutzsysteme sollen dieses Prompt-Injection-Risiko reduzieren, können es aber nicht vollständig beseitigen. Für den Einstieg empfiehlt das Unternehmen daher vertrauenswürdige Websites.
Claude teilt sein Gedächtnis mit Cowork
Claude verwendet in normalen Chats und in Cowork nun dasselbe Gedächtnis. Gespeicherte Informationen über Projekte, Vorlieben oder Arbeitsweisen können damit später bei einer Cowork-Aufgabe zur Verfügung stehen. Umgekehrt können relevante Informationen aus Cowork in zukünftige Chats einfließen. Anthropic erklärt die Funktionsweise in einer Ankündigung zum gemeinsamen Claude-Gedächtnis.
Das Gedächtnis wird während eines Gesprächs nach Themen aktualisiert. In den Einstellungen kannst du jede gespeicherte Information lesen, bearbeiten oder löschen. Persönliche und sensible Themen wie Gesundheit, Religion, politische Ansichten oder Geschlechtsidentität werden standardmäßig nicht gespeichert und müssen bewusst aktiviert werden. Bestimmte besonders sensible Daten wie Ausweis- oder Sozialversicherungsnummern speichert Claude laut Anthropic grundsätzlich nicht.
Auf Free-, Pro- und Max-Plänen ist das Gedächtnis auf Web, Desktop und Mobilgeräten standardmäßig aktiviert. Bei Team und Enterprise steuern zunächst die Administratoren die Verfügbarkeit; anschließend müssen einzelne Nutzer die Funktion selbst einschalten. Das gemeinsame Gedächtnis kann wiederkehrende Erklärungen sparen. Falsche oder veraltete Erinnerungen können dadurch allerdings ebenfalls in mehrere Arbeitsbereiche gelangen, weshalb sich eine gelegentliche Kontrolle der gespeicherten Informationen lohnt.