Tipps für Präsentationen mit KI
KI kann Präsentationen besser machen, wenn sie als Sparringspartner eingesetzt wird: für Struktur, Feedback, Quellen, Interaktion, Visuals, Sprechernotizen und Q&A-Vorbereitung.
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KI kann Präsentationen deutlich schneller und besser machen. Der größte Fehler ist aber, direkt auf den Button „Erstelle mir eine fertige Präsentation“ zu drücken und das Ergebnis unverändert zu übernehmen.
In der Praxis ist KI am stärksten als Sparringspartner: Sie hilft beim Strukturieren, Kürzen, Prüfen, Visualisieren und Vorbereiten. Die Verantwortung für Inhalt, Dramaturgie und Wirkung bleibt bei dir.
Kurzfassung
- Nutze KI zuerst für Ziel, Publikum, Kernbotschaft und Struktur, nicht sofort für fertige Folien.
- Lass Entwürfe prüfen: roter Faden, Lücken, Dopplungen, unklare Begriffe und mögliche Rückfragen.
- KI kann Quellen finden, aber du musst Quellen selbst öffnen, prüfen und korrekt zitieren.
- Bild-KI eignet sich gut für Illustrationen, Metaphern und Stimmungsbilder, weniger für harte Fakten oder echte Personen.
- Tools wie PowerPoint Copilot, Canva oder Gamma sind hilfreich, aber Corporate Design, Datenschutz und fachliche Kontrolle bleiben entscheidend.
1. Mit Ziel und Publikum starten
Gute Präsentationen entstehen nicht aus schönen Folien, sondern aus einer klaren Absicht. Bevor du Folien bauen lässt, sollte die KI dir helfen, das Ziel zu schärfen: Was soll das Publikum nach der Präsentation verstehen, entscheiden oder tun?
Ich möchte eine Präsentation vorbereiten. Thema: [THEMA] Publikum: [PUBLIKUM] Dauer: [DAUER] Kontext: [ANLASS] Ziel: [WAS SOLL DAS PUBLIKUM VERSTEHEN ODER TUN?] Bitte hilf mir zuerst, die Kernbotschaft, drei zentrale Aussagen und eine grobe Struktur zu entwickeln. Stelle Rückfragen, wenn wichtige Informationen fehlen.
Das funktioniert besonders gut, wenn du der KI bereits Stichpunkte, ein Skript, Meetingnotizen oder ein Briefing gibst. Bei vertraulichen Inhalten solltest du nur Systeme nutzen, die dafür in deinem Unternehmen oder deiner Organisation freigegeben sind.
2. Aus Material eine Folienlogik entwickeln
Viele Präsentationen scheitern daran, dass sie Material sammeln, aber keine Dramaturgie haben. KI kann aus einem Dokument oder Skript Vorschläge für Abschnitte, Übergänge und Folien machen.
Microsoft beschreibt für Copilot in PowerPoint zum Beispiel die Möglichkeit, Präsentationen aus Prompts oder referenzierten Dateien zu erstellen. Gamma kann Folien oder Dokumente importieren und neu strukturieren. Canva bietet KI-Funktionen für Präsentationsentwürfe und Designvarianten. Trotzdem gilt: Die automatisch erzeugte Struktur ist ein Entwurf, kein fertiges Kommunikationskonzept. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt außerdem von Lizenz, Region und den Einstellungen der eigenen Organisation ab.
Bitte verwandle das folgende Material in eine klare Präsentationsstruktur. Rahmen: – Dauer: [DAUER] – Publikum: [PUBLIKUM] – Ziel: [ZIEL] – Gewünschte Anzahl Folien: [ANZAHL] Gib mir: 1. Titelvorschlag 2. Folienübersicht mit kurzer Funktion jeder Folie 3. Kernbotschaft je Folie 4. Hinweise, welche Inhalte gekürzt oder ausgelagert werden sollten 5. Offene Fragen, die vor dem Design geklärt werden müssen Material: [MATERIAL EINFÜGEN]
3. Feedback zum roten Faden einholen
Wenn ein erster Entwurf steht, wird KI besonders nützlich. Exportiere deine Präsentation als PDF oder beschreibe die Folien kurz und lass die Struktur prüfen. Gute Prüfaufträge sind: Wo fehlt Kontext? Wo ist ein Sprung in der Argumentation? Welche Folie wirkt überladen? Welche Begriffe sind für das Publikum unklar?
Bitte bewerte diesen Präsentationsentwurf kritisch. Achte auf: – klaren roten Faden – Verständlichkeit für [PUBLIKUM] – überladene oder unnötige Folien – fehlende Zwischenschritte – unbelegte Aussagen – mögliche Rückfragen aus dem Publikum Gib zuerst die drei wichtigsten Verbesserungen, dann eine Folie-für-Folie-Liste mit konkreten Änderungen. Erfinde keine Fakten und markiere Unsicherheiten.
4. Quellen finden, aber nicht blind übernehmen
Für Studien, Marktgrößen, Regulierung, Produktfunktionen oder Zitate kann KI bei der Recherche helfen. Tools wie Perplexity, ChatGPT mit Websuche, Gemini oder Copilot können Quellen vorschlagen und Themen schneller erschließen.
Die wichtigste Regel: Eine Quelle ist erst dann eine Quelle, wenn du sie geöffnet und geprüft hast. KI-Zusammenfassungen können falsch gewichten, veraltete Seiten verwenden oder Aussagen stärker formulieren, als die Quelle es hergibt.
Ich bereite eine Präsentation vor und brauche belastbare Quellen. Bitte suche Quellen für diese Kernaussagen: [KERN AUSSAGEN] Anforderungen: – priorisiere Primärquellen, offizielle Dokumente, Studien oder seriöse Fachquellen – gib pro Aussage 1-3 Quellen mit Link – erkläre kurz, was die Quelle tatsächlich belegt – markiere Aussagen, für die du keine gute Quelle findest – erfinde keine Quellen und gib keine nicht überprüfbaren Links aus
5. Publikumsinteraktion vorbereiten
Gerade bei längeren Vorträgen lohnt sich Interaktion. KI kann passende Einstiegsfragen, Abstimmungen, Mini-Aufgaben oder Diskussionsimpulse vorschlagen. Gute Interaktion ist aber nicht Deko. Sie sollte an der Stelle sitzen, an der das Publikum wirklich eine Entscheidung, Einschätzung oder Anwendung leisten kann.
Bitte entwickle interaktive Elemente für meine Präsentation. Thema: [THEMA] Publikum: [PUBLIKUM] Dauer: [DAUER] Format: [VOR ORT / ONLINE / HYBRID] Ziel: [ZIEL] Gib mir fünf Vorschläge. Jeder Vorschlag soll enthalten: – Zeitpunkt in der Präsentation – genaue Frage oder Aufgabe – Dauer – erwarteter Nutzen – mögliche Risiken oder Stolperstellen
6. Visuals und Bilder gezielt einsetzen
KI-Bildgeneratoren sind nützlich, wenn du abstrakte Themen visuell greifbar machen willst: Metaphern, Illustrationen, Icons, Prozessbilder oder Stimmungsbilder. Für echte Personen, reale Orte, genaue Produktabbildungen oder rechtlich sensible Darstellungen sind sie deutlich riskanter.
Bei Präsentationen für Unternehmen oder öffentliche Organisationen solltest du außerdem prüfen, ob KI-generierte Bilder erlaubt sind, ob sie gekennzeichnet werden müssen und ob sie zum Corporate Design passen.
Ich brauche eine Bildidee für eine Präsentationsfolie. Folie: [FOLIENTITEL] Kernaussage: [KERNAUSSAGE] Stil: [Z.B. sachlich, modern, editorial, minimalistisch] Einsatzkontext: [UNTERNEHMEN / HOCHSCHULE / VERWALTUNG / EVENT] Bitte erstelle drei Bildideen und jeweils einen konkreten Bildprompt. Vermeide echte Personen, Markenlogos, geschützte Figuren und irreführende Darstellungen.
7. Sprechernotizen und Q&A vorbereiten
Ein guter Foliensatz ist nicht automatisch ein guter Vortrag. KI kann aus Folien Sprechernotizen, Übergänge und mögliche Publikumsfragen ableiten. Das ist besonders hilfreich, wenn mehrere Personen an einer Präsentation arbeiten oder wenn aus einem Workshop später ein Vortrag entsteht.
Bitte erstelle Sprechernotizen und mögliche Publikumsfragen zu dieser Präsentation. Zielgruppe: [ZIELGRUPPE] Ton: [TON] Dauer: [DAUER] Gib aus: 1. Sprechernotizen je Folie in natürlicher Sprache 2. Übergangssatz zur nächsten Folie 3. mögliche kritische Rückfragen 4. kurze, belastbare Antwortideen 5. Punkte, bei denen ich fachlich oder rechtlich nachprüfen sollte Material: [FOLIENINHALTE ODER SKRIPT]
8. Ganze Präsentationen generieren lassen: wann es sinnvoll ist
Vollautomatische Präsentationsgeneratoren sind sinnvoll, wenn du schnell einen ersten Entwurf brauchst: für ein internes Briefing, eine Ideenpräsentation, einen Workshop-Start oder eine visuelle Rohfassung. Sie sind weniger geeignet, wenn jede Folie präzise im Corporate Design sitzen muss oder wenn rechtliche, finanzielle oder strategische Aussagen enthalten sind.
PowerPoint Copilot, Canva und Gamma können den Einstieg beschleunigen. Der beste Workflow ist meist: erst Inhalt und Struktur klären, dann einen Entwurf generieren, danach manuell prüfen, kürzen und im gewünschten Design finalisieren.
Vor der Freigabe gehört noch ein manueller Qualitätscheck dazu: Fakten und Quellen öffnen, vertrauliche Inhalte prüfen, Corporate Design anwenden und Barrierefreiheit kontrollieren. Dazu zählen verständliche Folientitel, ausreichender Kontrast, lesbare Schriftgrößen, sinnvolle Alternativtexte und eine logische Lesereihenfolge. Ein optisch überzeugender KI-Entwurf kann an diesen Punkten trotzdem scheitern.
Fazit
KI ersetzt nicht die Präsentationskompetenz. Sie macht aber viele Arbeitsschritte leichter: Ideen ordnen, Argumentation prüfen, Folien kürzen, Interaktion planen, Quellen vorbereiten, Visuals entwickeln und Sprechernotizen formulieren.
Am besten funktioniert KI nicht als automatischer Folienproduzent, sondern als kritischer Co-Autor. Je klarer Ziel, Publikum und Qualitätskriterien sind, desto besser werden die Ergebnisse.
Quellen und weiterführende Links
Hinweis: Einige Quellen führen zu englischsprachigen Hersteller-, Hilfe- oder Dokumentationsseiten. Die Linktexte beschreiben auf Deutsch, welche Information dort zu finden ist.
- Microsoft-Support: Präsentationen mit Copilot in PowerPoint erstellen (englisch)
- Microsoft-Support: Folien aus referenzierten Dateien erstellen und anschließend überarbeiten (englisch)
- Microsoft PowerPoint: AI PowerPoint Generator
- Canva: AI Presentation Maker
- Gamma-Hilfe: Folien und Dokumente importieren (englisch)
- Gamma-Hilfe: Exportoptionen (englisch)