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KI für Anfänger: Hier startest du mit einem Chatbot

Noch nie ChatGPT, Gemini oder einen anderen KI-Chatbot benutzt? Hier findest du ein passendes Tool und löst Schritt für Schritt deine erste echte Aufgabe mit KI.

In diesem Artikel

Artikel

Lesezeit
6 Min. Lesezeit
Veröffentlicht
Format
Einsteiger-Guide
Niveau
Einsteiger
Thema
KI lernen

Serie

KI-Einstieg

Teil 1 von 5

Dieser Artikel ist für dich, wenn du noch nie ChatGPT, Gemini oder einen anderen KI-Chatbot benutzt hast. Hier beginnt unsere KI-Einstiegsreihe: ohne Vorwissen, ohne Fachbegriffe und mit einer Aufgabe, die du sofort ausprobieren kannst.

Du wählst zuerst einen Chatbot, gibst ihm einen kleinen Arbeitsauftrag und verbesserst die Antwort mit einer Rückfrage. Danach weißt du, wie sich ein Chat anfühlt, welche Angaben helfen und warum die erste Antwort noch nicht perfekt sein muss. Ein kostenpflichtiges Abo brauchst du für diese Übung nicht.

Hier kannst du deinen ersten KI-Chatbot öffnen

Für den ersten Versuch musst du keine lange Tool-Auswahl treffen. Nimm einen der folgenden Chatbots. Alle lassen sich kostenlos ausprobieren; Unterschiede bei Anmeldung und Funktionsumfang stehen direkt dabei.

ChatbotSo kannst du starten
Duck.ai öffnenOhne Konto: Ja. Du kannst direkt loslegen und zwischen mehreren KI-Modellen wählen. Die kostenlose Nutzung hat tägliche Grenzen. Eine gute Wahl, wenn du ohne Registrierung testen möchtest.
Microsoft Copilot öffnenOhne Konto: Ja. Ohne Anmeldung arbeitet Copilot mit öffentlichen Webinformationen. Ein Login schaltet unter anderem den Chatverlauf und längere Unterhaltungen frei.
Google Gemini öffnenOhne Konto: Teilweise. Einige Funktionen der Web-App lassen sich ohne Anmeldung testen. Für gespeicherte Chats und zusätzliche Funktionen brauchst du ein Google-Konto.
ChatGPT öffnenOhne Konto: Regional unterschiedlich. OpenAI bietet einen Gastzugang in unterstützten Regionen; andernfalls brauchst du ein kostenloses Konto. Im Video zu diesem Artikel verwenden wir ChatGPT.
Claude öffnenKonto nötig: Ja. Ein kostenloses Konto per E-Mail oder Google-Anmeldung reicht für den Einstieg; ein Bezahlabo ist nicht erforderlich. Die kostenlose Version reicht für die Übung in diesem Artikel.

Wenn du noch bei keinem Anbieter angemeldet bist, ist Duck.ai der einfachste Start. Hast du bereits ein Google- oder Microsoft-Konto, kannst du ebenso gut Gemini oder Copilot nehmen. Für die Übung in diesem Artikel ist der Name des Chatbots weniger wichtig als die Aufgabe, die du ihm gibst.

Kurzfassung

  • Öffne einen allgemeinen KI-Chatbot aus der Liste oben. Ein kostenloser Zugang reicht.
  • Nimm keine erfundene Testfrage, sondern eine kleine Aufgabe, deren Ergebnis du wirklich gebrauchen kannst.
  • Nenne dein Ziel, die Situation, wichtige Grenzen und die gewünschte Ausgabeform.
  • Behandle die Antwort als Entwurf: Stelle Rückfragen, ändere einzelne Vorgaben und prüfe wichtige Informationen selbst.

Deine erste Aufgabe sollte klein aber praktisch sein

Du brauchst für den ersten Chat keine besonderen Befehle. Schreib so, wie du einer anderen Person erklären würdest, wobei du Hilfe möchtest. Aussagekräftig wird der Test mit einer überschaubaren Aufgabe, deren Ergebnis du selbst beurteilen kannst.

Eine Frage wie „Was kannst du?“ führt meist zu einer langen Funktionsliste. Sie zeigt dir noch nicht, ob KI in deinem Alltag nützlich ist. Verwende deshalb etwas, das heute oder in den nächsten Tagen ohnehin ansteht.

  • eine Nachricht freundlicher formulieren
  • ungeordnete Gedanken in einen Plan bringen
  • eine To-do-Liste sortieren
  • ein unbekanntes Thema einfacher erklären lassen
  • einen Ausflug oder ein Wochenende vorbereiten

Die späteren Teile der Reihe greifen mehrere dieser Aufgaben wieder auf. Zuerst bleibt der Rahmen bewusst klein: Aus einer unordentlichen Alltagssituation soll ein brauchbarer Plan entstehen.

Vier Angaben für einen brauchbaren Arbeitsauftrag

Ein perfekter Prompt ist für den Anfang nicht nötig. Vier Angaben helfen dem Chatbot, deine Aufgabe sinnvoll einzugrenzen:

  1. Ziel: Was soll am Ende entstehen?
  2. Situation: Welche Hintergründe muss die KI kennen?
  3. Grenzen: Welche Vorgaben zu Zeit, Budget, Umfang oder Vorlieben sind wichtig?
  4. Ausgabeform: Brauchst du einen Fließtext, eine Liste, einen Zeitplan oder konkrete nächste Schritte?

Diese vier Punkte sind kein starres Prompt-Schema. Sie sind eine kurze Gedankenstütze. Bei manchen Aufgaben reichen zwei davon, bei anderen kommen später Quellen, Beispiele oder Prüfkriterien hinzu.

Praxisbeispiel: Ein Abendessen planen

Der kurze Auftrag „Mach mir einen Plan fürs Abendessen“ lässt fast alles offen. Der Chatbot kennt weder die Zahl der Gäste noch Ernährungswünsche, Budget oder verfügbare Zeit.

Im Video wird daraus ein konkreter Arbeitsauftrag:

Ich möchte am Samstag ein Abendessen für sechs Personen organisieren. Ich habe wenig Zeit, es soll nicht teuer werden, eine Person isst vegan, zwei vegetarisch, und ich habe wenig Kocherfahrung.

Erstelle mir ein einfaches Menü, eine Einkaufsliste, einen Zeitplan für die Vorbereitung und eine kurze Aufgabenliste für den Tag.

Die KI kann daraus mehrere zusammenhängende Teile entwickeln: ein Menü, eine sortierbare Einkaufsliste, einen Ablauf und die nächsten Handgriffe. Chatbots können verschiedene Angaben gemeinsam verarbeiten und daraus eine neue Struktur erzeugen.

Das Ergebnis ist dabei kein fertiger Befehl, den du blind ausführen musst. Vielleicht ist das Menü zu aufwendig oder die Einkaufsliste unpraktisch sortiert. Dann änderst du nur den Punkt, der noch nicht passt.

Mach den Plan bitte noch einfacher. Ich möchte höchstens 45 Minuten aktiv in der Küche stehen und möglichst viel vorbereiten. Sortiere die Einkaufsliste außerdem nach Supermarkt-Bereichen.

Diese zweite Nachricht muss den ganzen Auftrag nicht wiederholen. Der bisherige Chat liefert bereits den Zusammenhang. Du ergänzt eine Grenze und präzisierst die gewünschte Ausgabe.

Die erste Antwort darf noch unfertig sein

Viele Menschen bewerten einen Chatbot nach einer einzigen Antwort. Hilfreicher ist es, den Chat als kurze Zusammenarbeit zu behandeln. Markiere, was schon passt, und formuliere den nächsten Änderungswunsch so konkret wie möglich.

  • „Der Plan ist mir zu lang. Kürze ihn auf fünf Schritte.“
  • „Die Vorschläge sind zu teuer. Bleibe unter 60 Euro.“
  • „Ich verstehe Schritt drei nicht. Erkläre ihn an einem Beispiel.“

Auf diese Weise lernst du schneller als mit einer langen Sammlung vermeintlich perfekter Prompts. Du siehst unmittelbar, welche zusätzliche Angabe das Ergebnis verbessert hat.

Bevor du sendest: Daten schützen und Fakten prüfen

Für die erste Übung genügen erfundene oder unkritische Alltagsangaben. Gib keine vertraulichen Dokumente, Kontaktdaten, Passwörter oder persönlichen Informationen anderer Menschen ein. Wenn ein Beispiel einen Namen braucht, verwende zunächst einen Platzhalter wie „Person A“. Im zweiten Teil dieser Reihe schauen wir uns genauer an, welche Daten nicht in einen KI-Chat gehören.

Prüfe außerdem wichtige Fakten, bevor du sie übernimmst. KI-Antworten können überzeugend klingen und trotzdem Fehler enthalten. OpenAI empfiehlt deshalb, wichtige Angaben mit verlässlichen Quellen zu kontrollieren. Google weist für Gemini ebenfalls auf mögliche ungenaue Antworten hin. Bei einem Essensplan fällt ein unpassender Vorschlag meist schnell auf. Bei Gesundheit, Recht, Finanzen oder beruflichen Entscheidungen reicht diese Plausibilitätsprüfung nicht.

Deine Aufgabe: Lass dir einen kleinen Plan erstellen

Nimm eine Situation aus deinem Alltag: ein Abendessen, einen Ausflug, einen Lernnachmittag, einen Kindergeburtstag oder ein freies Wochenende. Verwende etwas, das du tatsächlich vorbereiten möchtest. So erkennst du am Ergebnis, ob deine Angaben gereicht haben.

Mitmach-Prompt

Ein kleiner Plan für deinen Alltag

Ersetze die Platzhalter durch deine Situation und passende Grenzen.

Ich brauche Hilfe bei folgendem kleinen Plan. Situation: [Beschreibe kurz, was du vorhast.] Wichtig ist: – [Einschränkung 1] – [Einschränkung 2] – [Einschränkung 3] Erstelle mir: 1. einen einfachen Plan 2. eine Material- oder Einkaufsliste 3. eine sinnvolle Reihenfolge 4. die nächsten drei konkreten Schritte

Die Vorlage ist nur ein Startpunkt. Du kannst sie kürzen, anders formulieren oder ohne Vorlage experimentieren. Die Aufgabe sollte real sein und das Ergebnis für dich prüfbar.

Wenn der erste Versuch brauchbar war, wiederhole ihn mit einer zweiten kleinen Aufgabe. Danach lohnt sich der nächste Schritt. Teil 2 beginnt mit der Grenze, die vor allen weiteren Anwendungen sitzen sollte: Welche Informationen gehören nicht in einen KI-Chat?